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Mittelalterfest in Ribeauvillé: Pfifferdaj – Wenn das ganze Elsass zurück in die Vergangenheit fällt

Ribeauville Marktplatz

Ribeauvillé – allein der Name klingt schon nach Fachwerk, Fachwissen und feiner Weinkultur. Doch einmal im Jahr verwandelt sich das ohnehin märchenhafte Städtchen im Herzen des Elsass in eine Bühne für Gaukler, Musikanten und mittelalterliche Tollheiten. Das Pfifferdaj, das „Fest der Spielleute“, ist nicht nur das älteste Volksfest im Elsass, sondern eines der charmantesten Spektakel, die Sie in Frankreich erleben können. Und ja: Es riecht nach Schmorfleisch, nach Holzrauch und ein wenig nach „Das könnte hier auch 1470 sein“.

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Was ist das Pfifferdaj überhaupt?

Das Pfifferdaj ist ein Fest mit Tradition – und zwar mit ordentlich Tradition. Seit dem 14. Jahrhundert ziehen Spielleute, Musiker, Jongleure und allerlei Volk nach Ribeauvillé, um die Beziehung zwischen den Baronen von Rappoltstein und ihren Schutzbefohlenen, den Spielleuten, zu feiern. Die Barone waren Schutzpatrone der fahrenden Künstler – gewissermaßen frühe Kulturförderer, nur ohne Online-Anträge.

Heute bedeutet das Fest vor allem eins: Ein ganzes Städtchen feiert ausgelassen seine mittelalterliche Ader. Und zwar laut, bunt und mit einem ordentlichen Schuss Pathos. Wenn man sich als Besucher nicht gerade selbst wie ein Komparse aus „Game of Thrones“ fühlt, hat man vermutlich nicht genügend Wein probiert.

Pfifferdaj: Mittelalterfest im September

Traditionell steigt das Fest am ersten Sonntag im September – wobei es in der Praxis ein ganzes Wochenende lang Stimmung gibt. Offiziell kulminiert das Spektakel am Sonntag mit dem berühmten Umzug, doch bereits ab Samstag liegt über den Gassen ein Gemisch aus Dudelsackmusik, gebratenem Fleisch und leicht feuchten Strohballen. Kurz: Sie werden es nicht verpassen.

Die Stadt als Bühne: Was während des Pfifferdaj passiert

Während des Pfifferdaj verwandelt sich Ribeauvillé in ein riesiges mittelalterliches Theater. Kostümierte Gruppen bevölkern die Altstadt, Marotten und Marktschreie inklusive. Wer sich bisher gefragt hat, wie viele unterschiedliche Interpretationen einer Spielmanns-Tracht es geben kann – die Antwort lautet: sehr viele.

Straßen voller Musik

Überall ertönen Trommeln, Flöten, Sackpfeifen und Instrumente, die Sie wahrscheinlich nicht einmal benennen können. Und wenn Sie dachten, Mittelaltermusik sei eintönig, dann warten Sie, bis ein 20-köpfiger Perkussionszug die Grand’Rue entlang poltert, während eine Gruppe Bogenschützen demonstrativ daneben antritt.

Feuer, Falken, Fanfaren

Zum Programm gehören nicht nur Musikanten, sondern auch:

  • Feuerspucker, die abends die Fassaden in flackerndes Licht tauchen

  • Falkner, deren Greifvögel mit einer gewissen Arroganz über das Publikum hinweg gleiten

  • Akrobaten, die sich an Tüchern und Leitern winden

  • Schauspieltruppen, die Mini-Dramen aufführen, in denen meistens jemand betrunken ist oder jemand anders auf die Nase bekommt – historisch wohl sehr akkurat

Kurzum: Ein Wochenende lang ist Ribeauvillé das, was Mittelalterfans „authentisch“ nennen und alle anderen einfach „unfassbar unterhaltsam“.

Mittelalter Elsass

Ein Highlight: Der Mittelaltermarkt in Ribeauvillé

Was wäre ein Mittelalterfest ohne den dazugehörigen Markt? Ribeauvillé enttäuscht nicht: In den Altstadtgassen und auf kleinen Plätzen findet ein Mittelaltermarkt statt, der sowohl schön dekoriert als auch überraschend vielseitig ist.

Handwerk wie anno dazumal

Sie können Handwerkern über die Schulter schauen, die es ernst meinen mit dem „Wir machen das wie früher“-Credo:

  • Schmiede, die rot glühendes Eisen bearbeiten

  • Gerber, deren Stände Sie am Geruch zuverlässig orten können

  • Drechsler an ächzenden Holzbänken

  • Färber, die Stoffe in Eichenholztrögen umrühren

  • Korbmacher und Glasbläser, die zwischen praktischen Gegenständen und reiner Kunst changieren

Die Stände sind weniger „Mittelalter-Fantasie“ und mehr „tatsächlich handwerklich beeindruckend“. Ein wohltuender Unterschied zu manch anderem Festival, wo Plastikschwerter und Polyesterumhänge dominieren.

Ein Mittelalterfest für die ganze Familie: Was für Kinder geboten wird

Auch Kinder kommen beim Pfifferdaj auf ihre Kosten – und zwar sehr. Denn hier gibt’s nicht nur Dinge zu sehen, sondern auch Dinge zu tun.

Kleine Ritter, große Augen

Kinder können:

  • sich als Ritter oder Burgfräulein schminken lassen

  • an Bogenschießständen ihr Talent testen

  • mittelalterliche Holzspiele ausprobieren

  • Zauberern und Gauklern ganz vorne auf die Hände schauen

  • mit Mini-Katapultanlagen völlig unschuldige Sandsäckchen durch die Gegend schießen

Und keine Sorge: Die meisten Händler haben inzwischen verstanden, dass Eltern leicht nervös werden, wenn Fünfjährige mit echten Messern wedeln. Die Ausrüstung ist kindgerecht – meistens.

Mittelalter Reiter

Der große Höhepunkt: der Umzug am Sonntag

Der Umzug ist das, worauf alle hinfiebern. Gut 1.000 Teilnehmer in Kostümen ziehen durch die Altstadt, begleitet von Pferden, Wagen, Musikgruppen und Szenenspielen. Das Ganze folgt jedes Jahr einem historischen oder mythischen Thema – mal Wikinger, mal Ritter, mal Märchen – und die Wagenbauer legen sich richtig ins Zeug.

Ein Zug voller Fantasie

Typisch für den Umzug sind:

  • spektakulär dekorierte Themenwagen, die aussehen, als hätte jemand ein Theaterstück auf Rädern erfunden

  • Fußgruppen in historischen Kostümen, oft vereinsmäßig organisiert

  • Tierbegleitungen: Hunde, Pferde, manchmal Schafe – alle brav im Parade-Modus

  • lebendes Mittelalter: Schmiede, die unterwegs hämmern; Bäcker, die Brot verteilen; Spielleute, die wirklich nonstop spielen

Der Umzug dauert locker zwei Stunden. Und Sie werden jede Minute genießen – außer Sie stehen falsch. Pro-Tipp: Kommen Sie früh, am besten sehr früh.

Kulinarisches: Das Elsass lässt sich nicht lumpen

Ein Mittelalterfest im Elsass ohne Essen? Unvorstellbar. Und Ribeauvillé ist bekanntlich in einer Region, die Essen und Trinken weit ernster nimmt als durchschnittlich.

Deftig, duftend, delikat

Auf dem Fest finden Sie:

  • Flammkuchen in klassischen und experimentellen Varianten

  • Schmorgerichte wie Bœuf à la mode oder gespickte Schweinsschulter

  • Riesige Brezeln – weil elsässische Bäcker nie halbe Sachen machen

  • Wildgerichte, die plötzlich sehr sinnvoll wirken, wenn ein Jäger direkt nebenan abliefert

  • Gewürzwein und Honigbier für den Mittelalter-Kick

  • Und selbstverständlich die ganze Bandbreite an elsässischen Weinen, die zu jedem Bissen passen

Essen ist hier nicht Beilage, sondern Programmpunkt.

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt in Ribeauvillé: Ein märchenhafter Wintertraum

Wenn Sie denken, Ribeauvillé könne nur im September mittelalterliche Höhenflüge erreichen, dann warten Sie auf den Dezember. Der Weihnachtsmarkt von Ribeauvillé ist kein gewöhnlicher Adventsmarkt – er ist eine atmosphärische Zeitreise in ein festlich dekoriertes Mittelalter. Statt „Last Christmas“ schallen Dudelsäcke durch die Gassen, und statt blinkender LED-Rentiergirlanden finden Sie Öllampen, Fackeln und Strohballen. Das Ergebnis ist ein Markt, der sich anfühlt, als hätte Charles Dickens ein Gastspiel im Elsass gegeben, unterstützt von einer Truppe wandernder Spielleute.

Ein Weihnachtsmarkt wie aus einer Legende

Die Altstadt verwandelt sich an zwei Adventswochenenden in ein lebendiges Märchenbuch. Händler tragen historische Kleidung, Feuerspucker erwärmen die kalte Winterluft, und mittelalterliche Schauspielgruppen sorgen dafür, dass Sie beim Glühwein zwischenzeitlich vergessen, welches Jahrhundert gerade läuft. Besonders schön sind die Stände mit traditionellen Handwerksarbeiten: geschnitzte Holztiere, Glasornamente, Naturkosmetik, Lederschmuck – alles mit einer Liebe gefertigt, die fernab des üblichen Massenweihnachtstrubels liegt.

Für Familien ein kleines Abenteuer

Gerade für Kinder ist der mittelalterliche Weihnachtsmarkt ein Fest. An jeder Ecke passiert etwas: ein Jongleur lässt Bälle fliegen, ein Esel trottet gemütlich durch die Menge, ein Geschichtenerzähler sammelt frierende kleine Zuhörer um sich. Und natürlich darf der Nikolaus nicht fehlen – nur dass er hier eher aussieht wie ein freundlicher Bischof aus dem 13. Jahrhundert als wie die rotbejackte Coca-Cola-Version.

Kulinarik – winterlich und würzig

Auch kulinarisch wird kräftig aufgetischt: heißer Gewürzwein, Kastanien, frisch gebratene Wildwürste, Suppen im Brotlaib und süße Spezialitäten, die duften, als hätten sie ein eigenes Verführer-Gen. Dazu der berühmte elsässischeVin chaud, der Ihnen zuverlässig die Fingerspitzen auftaut.

Weihnachtsdeko

Warum ein Ferienhaus im Elsass die perfekte Basis ist

Wer zum Pfifferdaj fährt, merkt schnell: Ein Tag ist zu wenig. Ein Wochenende ist gut. Eine Woche ist ideal – vor allem, wenn Sie den Zauber des Elsass voll ausschöpfen möchten.

Die Vorteile eines Ferienhauses

Ein Ferienhaus im Elsass bietet Ihnen:

  • Flexibilität: Morgens früh raus, um beim Umzug einen Premiumplatz zu ergattern? Oder ausschlafen und erst mittags auf den Markt schlendern? Alles möglich.

  • Ruhe nach dem Spektakel: Nach einem Tag voller Trommeln, Dudelsäcken und Menschen hilft es enorm, in ein eigenes Häuschen zurückzukehren und nicht in ein Hotel voller Gleichgesinnter, die erst um 2 Uhr nachts den letzten Met austrinken.

  • Elsass vor der Haustür: Zwischen Vogesen, Weindörfern und Fachwerkstraßen können Sie an den Tagen davor oder danach kleine Abenteuer einstreuen – Wanderungen, Weinkellerbesuche, Städtetouren.

  • Platz für Kinder, Freunde oder die halbe Familie: Gerade zu Pfifferdaj-Zeiten ist Ribeauvillé voll. Ein Ferienhaus macht Sie unabhängig und entspannt.

  • Kulinarische Freiheit: Sie möchten morgens ein Croissant auf der Terrasse genießen oder abends die Marktbeute nachkochen? Kein Problem.

Kurz: Ein Ferienhaus im Elsass macht den Besuch des Pfifferdaj nicht nur komfortabler, sondern zu einem richtig runden Urlaub.

Ribeauvillé kann Mittelalter – und zwar richtig

Das Pfifferdaj ist kein Kitschfest und kein touristischer Schnellschuss. Es ist ein tief verwurzeltes, mit Liebe organisiertes Spektakel, das völlig zurecht jedes Jahr Tausende Menschen anzieht. Sie werden Musik hören, die Sie sonst nur aus Dokumentationen über längst verstorbene Monarchen kennen. Sie werden Handwerke sehen, die heute kaum noch jemand beherrscht. Sie werden essen, trinken, staunen, lachen – und am Ende vielleicht sogar ein bisschen melancholisch werden, wenn die Trommeln verstummen.

Und wenn Sie danach in Ihr gemütliches Ferienhaus im Elsass zurückkehren, das Glas Riesling in der Hand, dann wissen Sie: Mittelalter und Moderne vertragen sich ausgesprochen gut.