Sélestat – Die unterschätzte Perle im Herzen des Elsass

Wer Elsass hört, denkt an Straßburgs Fachwerkidylle, Colmars Instagram-Postkarten oder die Weinseligkeit von Riquewihr. Aber zwischen all den touristischen Platzhirschen liegt ein Ort, der irgendwie immer durchs Raster fällt – und genau das ist sein größter Vorteil: Sélestat, die charmante Mittelstadt zwischen Rhein und Vogesen, ist ein Stück echtes Elsass ohne die Touristenmassen, aber mit allem, was man für ein paar Tage französische Lebenskunst braucht.
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Wo liegt dieses Sélestat eigentlich?
Sélestat liegt ziemlich genau in der Mitte des Elsass, rund 40 Kilometer südlich von Straßburg und 20 Kilometer nördlich von Colmar. Die Stadt duckt sich zwischen Rhein-Ebene und den ersten Hügeln der Vogesen – geografisch perfekt für Entdecker, Weinliebhaber und Wanderer.
Hier verzweigt sich die berühmte Route des Vins d’Alsace, die Elsässer Weinstraße, mit all ihren Reben, Winzerdörfern und Verkostungen, die gefährlich oft mit einem Korkenzieher enden. Gleichzeitig ist man in einer halben Stunde im Schwarzwald oder auf der Hohkönigsburg (oder wie die Franzosen sagen: Château du Haut-Kœnigsbourg).
Die Lage ist so zentral, dass sie fast unauffällig wirkt – und vielleicht genau deshalb ist Sélestat nie zur Touristenfalle geworden.
Ein Blick zurück: Geschichte mit Bibliotheksduft
Sélestat wurde im 8. Jahrhundert erstmals erwähnt, wuchs im Mittelalter zu einer bedeutenden Handelsstadt heran und gehörte später mal zu den Habsburgern, mal zu Frankreich, mal wieder zum Deutschen Reich – die Elsässer wissen, wie man historische Identitätskrisen elegant übersteht.
Im 15. und 16. Jahrhundert war die Stadt ein Zentrum des Humanismus. Ja, richtig gelesen – nicht Paris, nicht Basel, sondern Sélestat. Hier wurde 1450 die berühmte Humanistische Bibliothek gegründet, eine Schatzkammer mittelalterlicher Handschriften und Drucke, die heute zum UNESCO-Weltdokumentenerbe gehört.
Der bekannteste Sohn der Stadt ist Beatus Rhenanus, ein Freund Martin Luthers und einer der ersten echten Intellektuellen Europas. Seine persönliche Bibliothek kann man heute noch bestaunen – eine Zeitreise in die Welt der Renaissance, mit dem Duft alten Leders und vergilbten Papiers inklusive.

Stadtbild: Zwischen Fachwerk und französischem Flair
Wer durch Sélestat spaziert, erlebt eine erstaunlich authentische Altstadt. Kein Disney-Charme, kein Kitsch – sondern echtes, gelebtes Elsass. Enge Gassen, Fachwerkhäuser mit schiefen Balken, und dazwischen französische Eleganz: kleine Boutiquen, Patisserien und natürlich Boulangerien, die morgens nach Butter und Vanille riechen.
Das Zentrum wird vom Place d’Armes dominiert – mit Rathaus, Cafés und Wochenmarkt. Von hier aus ist alles fußläufig erreichbar: die romanische Kirche Sainte-Foy, die gotische Kirche Saint-Georges und das bunte Treiben rund um die Rue des Chevaliers.
Sélestat ist kompakt, aber nie langweilig. Es ist, als hätte man die besten Stücke des Elsass auf engem Raum zusammengefasst – und dann beschlossen, das Ganze nicht mit Tourbussen zu ruinieren.

Sehenswürdigkeiten: Von der Bibliothek bis zur Burg über den Wolken
Die Humanistische Bibliothek – Ein Schatz aus Pergament
Kein Besuch in Sélestat ohne die Bibliothèque Humaniste. Das moderne Museumsgebäude von Rudy Ricciotti (der auch das MUCEM in Marseille entworfen hat) verbindet Glas, Holz und Geschichte auf spektakuläre Weise. Drinnen: Bücher, die älter sind als Amerika, und Schriften, die zeigen, wie revolutionär Wissen einst war.
Die Kirchen – Romanik trifft Gotik
Sainte-Foy, streng romanisch und kühl, und Saint-Georges, gotisch-verspielt und lichtdurchflutet – diese beiden Gotteshäuser erzählen architektonisch von den Jahrhunderten des Glaubens, Zweifelns und Bauens. Ein kleiner Tipp: Am frühen Abend, wenn das Licht durch die Buntglasfenster fällt, ist das ein fast meditativer Moment – selbst für Nichtgläubige.
Die Hohkönigsburg – Die Königin der Vogesen
Nur 15 Kilometer westlich erhebt sich auf einem Bergkamm die Haute-Kœnigsbourg, die wohl berühmteste Burg des Elsass. Ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert, wurde sie von Kaiser Wilhelm II. liebevoll (und etwas theatralisch) restauriert. Heute ist sie ein Blickfang, wie aus einem Märchenbuch gefallen – mit Türmen, Zinnen und einem Panorama, das bis in den Schwarzwald reicht.
Wer es weniger touristisch mag, kommt früh am Morgen oder kurz vor Schließung. Dann gehört einem die Aussicht fast allein. Und falls der Magen knurrt: Im kleinen Burgcafé gibt’s deftige Flammkuchen – historisch korrekt? Vielleicht nicht. Lecker? Absolut.
Kulinarik: Zwischen Sauerkraut und Pinot Gris
Das Elsass ist bekanntlich kein Ort für Diäten, und Sélestat bildet da keine Ausnahme. Die Küche ist eine köstliche Fusion aus deutscher Herzhaftigkeit und französischer Finesse.
Choucroute garnie – das klassische Sauerkrautgericht mit Fleisch, Wurst und Kartoffeln – steht in fast jedem Wirtshaus auf der Karte. Daneben locken Tarte flambée, Baeckeoffe (ein deftiger Auflauf aus Fleisch, Kartoffeln und Wein) und natürlich süße Sünden wie Kougelhopf oder Tarte aux myrtilles.
Weinliebhaber kommen in einem Urlaub in einem Ferienhaus im Elsass dank der umliegenden Weinberge voll auf ihre Kosten: Riesling, Gewürztraminer und Pinot Gris sind hier keine Fremdwörter, sondern Lebenselixiere. In den Winzerstuben wird nicht degustiert, sondern gelebt. Und ja, man darf auch mal über die Stränge schlagen – man ist ja schließlich im Elsass.

Veranstaltungen: Feste, Märkte und Mittelalter
Sélestat ist keine schläfrige Provinzstadt, sondern erstaunlich lebendig. Das Jahr ist gespickt mit Events, die zeigen, wie sehr die Elsässer ihre Traditionen pflegen – und dabei gern feiern.
Im Sommer verwandelt sich die Stadt in eine Bühne: Das Festival du Folklore bringt Musik, Tanz und internationale Gruppen in die Altstadt. Im Dezember wird’s dann besinnlich – und geschichtsträchtig: Denn Sélestat gilt als Geburtsort des Weihnachtsbaums!
Eine Urkunde von 1521 erwähnt erstmals einen „Arbre de Noël“, den die Bürger schmückten. Heute widmet sich ein ganzer Weihnachtsmarkt diesem Thema, samt Ausstellung über die Geschichte des Tannenbaums. Zwischen Glühwein, Lebkuchen und funkelnden Lichtern spürt man hier ein Stück echter Weihnachtsmagie – ohne den Plastikbombast mancher Großstadtmärkte.
Ferienwohnung oder Ferienhaus – Warum das hier die bessere Idee ist
Hotels? Gibt’s. Aber der wahre Elsass-Genuss entfaltet sich in einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus. Warum? Ganz einfach:
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Authentizität. In einer Altbauwohnung mit Fachwerkbalken, knarrendem Boden und Blick auf den Kirchturm fühlt man sich nicht wie ein Tourist, sondern wie ein Teil des Ganzen.
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Flexibilität. Morgens Croissants beim Bäcker holen, mittags Picknick am Rhein, abends Flammkuchen im eigenen Garten – so lebt man französische Freiheit.
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Kostenbewusstsein. Besonders für Familien oder Gruppen ist eine Ferienwohnung oft günstiger als mehrere Hotelzimmer.
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Regionalität. Viele Unterkünfte gehören Einheimischen, die Tipps geben, wo’s den besten Wein, das charmanteste Café oder den schönsten Aussichtspunkt gibt.
Und wer mit Hund, Kind oder Fahrrad reist, weiß: eine eigene Unterkunft ist Gold wert.

Sélestat – Ein Ort, der bleibt, wenn die anderen schon gehen
Sélestat ist kein Ort für Eile. Es ist eine Stadt zum Entschleunigen, zum Flanieren, zum Eintauchen in Geschichte und Genuss. Zwischen Fachwerk und Humanismus, Wein und Wäldern, lebt hier das, was man so oft sucht und selten findet: authentisches Elsass.
Während in Colmar die Selfiesticks klacken und in Straßburg die Bistros überlaufen, sitzt man in Sélestat auf einer Caféterrasse, hört das Läuten der Saint-Georges, nippt am Cremant und denkt sich: So fühlt sich Leben an.
Kurz gesagt:
Sélestat ist kein Geheimtipp mehr – es ist ein Glücksfall. Für alle, die Frankreich lieben, aber nicht den Trubel. Für alle, die Geschichte spüren wollen, ohne Geschichtsstunde. Und für alle, die wissen, dass gutes Leben oft dort beginnt, wo die Karte endet.